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Kartoffeln, roh (bio)

Entdecken Sie vielseitige Verwendungsmöglichkeiten von Kartoffeln in der Küche, die allfällige Saison, Preise und gesundheitliche Vorteile. Erfahren Sie mehr über wichtige Nährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Anbau und Ökobilanz.

Die aus der USDA Datenbank stammenden Nährstoffe der Zutat haben wir komplettiert.
79%Wasser 89Makronährstoff Kohlenhydrate 89.1%/10Makronährstoff Proteine 10.44%/00Makronährstoff Fette 0.46% 

Die drei Verhältniszahlen zeigen den prozentualen Gewichtsanteil der Makronährstoffe (Kohlenhydrate / Proteine / Fette) der Trockensubstanz (exkl. Wasser).  In der Sprache Englisch sind Ballaststoffe als Bestandteil des Kohlenhydrat-Anteils gerechnet. Die Umrechnung von Gewicht in kcal erfolgt nach dem von der USDA verwendeten "Atwater system". 

Davor ersehen Sie den Wasseranteil, gerundet auf ganze %.

Ω-6 (LA, <0.1g)Omega-6-Fettsäuren wie Linolsäure (LA) : Ω-3 (ALA, <0.1g)Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA) = 0:0

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren soll insgesamt 5:1 nicht überschreiten. Link zu Erklärungstext.

Werte sind zu klein, um relevant zu sein.

Die Kartoffel (Solanum tuberosum) ist ein stärkehaltiges, weitverbreitetes Grundnahrungsmittel. In roher Form ist die Knolle nur schlecht verdaulich. Vor allem die Schale enthält giftiges Solanin, das bei ergrünten Stellen besonders hoch konzentriert und vor dem Verzehr herauszuschneiden ist. Achten Sie auf Bio-Qualität.

Verwendung in der Küche

Kartoffeln spielen in der Küche eine grosse Rolle, sei es beim Kochen, Braten, Backen oder Frittieren. Verwendet man für ein Gericht rohe Kartoffeln, verändert es sich hinsichtlich Konsistenz, Optik und Geschmack.

Kann man Kartoffeln roh essen oder sind Kartoffeln roh giftig? Rohe Kartoffeln essen bzw. trinken (Kartoffelsaft) ist in geringen Mengen möglich. Grössere rohe Mengen sollten Sie vorwiegend aus zwei Gründen besser nicht konsumieren. Einerseits ist die enthaltene Stärke ungekocht nur schwer verdaulich, zum anderen verursachen enthaltene Glykoalkaloide (sekundäre Pflanzenstoffe zur Abwehr von Schädlingen und Krankheitserregern) nach dem Konsum grosser Mengen Vergiftungserscheinungen. In Kartoffeln kommen vor allem die beiden Glykoalkaloide α-Solanin und α-Chaconin vor.1 Diese befinden sich in grünen Stellen, allfälligen Trieben, der Schale und weniger konzentriert im Kartoffel-Fruchtfleisch.2 Entfernen Sie daher mit Vorteil diese Komponenten, wenn Sie die Kartoffel roh essen möchten. Achten Sie generell darauf, frische Knollen ohne Druckstellen zu verarbeiten, die keine Keime oder grüne Stellen aufweisen. Grüne Stellen empfehlen wir, grosszügig herauszuschneiden und bitter schmeckende Exemplare zu entsorgen.1

Beim Kochen ist es optimal, Kartoffeln mit Schale zuzubereiten und nur schonend zu dünsten oder zu kochen. So bleiben die Nährstoffe am besten erhalten. Da Solanin wasserlöslich ist, sollte man das Kochwasser wegschütten und nicht weiterverwenden.1,2

Aufgrund ihres Kochverhaltens teilt man Kartoffeln in unterschiedliche Kochtypen ein. Je nach Verwendungszweck ist ein anderer Kochtyp zu wählen. Der Stärkegehalt ist abhängig von Sorte, Witterung und Reife und variiert häufig. Je nach Quelle sind die Werte unterschiedlich - hier daher als ungefähr angegeben:

  • Festkochende Speisekartoffeln besitzen ein eher feuchtes Fruchtfleisch und sind meist länglich bis oval geformt. Man erntet sie früher als mehligkochende. Der Stärkeanteil ist mit ca. 11-13 % eher gering, wodurch die Schale während des Kochvorgangs intakt bleibt und nicht aufplatzt. Zu den festkochenden Sorten gehören z.B. Allians, Belana, Goldmarie oder Princess. Diese sind ideal für die Zubereitung von Kartoffelsalat, Gratin, Bratkartoffeln oder Pellkartoffeln.3
  • Vorwiegend festkochende Kartoffeln hingegen weisen einen Stärkeanteil von rund (13-15 %) auf und liegen damit im Mittel. Sie sind für sehr viele Rezepte geeignet. Bekannte Sorten sind z.B. Gala, Marabel, Milva oder Toscana. Mit diesen Knollen gelingen sowohl ein Kartoffelpüree als auch Bratkartoffeln, Pellkartoffeln oder Ofenkartoffeln.3
  • Mehlig kochende Kartoffeln fallen nach dem Garen fast auseinander und weisen den höchsten Stärkeanteil auf: zwischen 14 und 16 %. Zu den beliebten Sorten gehören z.B. Adretta, Gunda, Lilly oder Russet.4 Daraus lassen sich Speisen wie Kartoffelpüree, Knödel und Gnocchi herstellen. Sie sind ebenso geeignet für Suppen und Eintöpfe.3

Kann man rohe Kartoffeln dörren oder ist Kartoffeln dörren giftig? Die rohe Kartoffel lässt sich gut dörren. Dafür diese mit dem Sparschäler in dünne Scheiben schälen. Scheiben kurz in Salzwasser wässern, damit sie sich nicht verfärben und um den Solanin-Anteil zu reduzieren. Gut trocknen und ab ins Dörrgerät oder in den Ofen. Trockene Kartoffelblätter ergänzen Suppen oder Eintöpfe, sind aber auch als knuspriger Snack für zwischendurch geeignet.

Geschälte Kartoffeln reagieren mit Sauerstoff und entwickeln braune Stellen. Dennoch sind oxidierte Stellen von Kartoffeln essbar und nicht giftig. Lassen Sie Kartoffeln nicht zu lange an der Luft stehen, um eine Oxidation zu verhindern.

Veganes Rezept für Rösti aus rohen Kartoffeln

Zutaten (für 4 Personen): 1 kg Kartoffeln (festkochend; bio), 1 TL Salz, 3 EL Rapsöl (raffiniert).

Zubereitung: Rohe Kartoffeln schälen, grob reiben und salzen. 10 Min. ziehen lassen. Anschliessend etwas ausdrücken. Wasser wegschütten. Die Kartoffelmasse soll feucht sein, aber nicht mehr wässrig. Antihaftbeschichtete Pfanne mit 2 EL Rapsöl erhitzen. Kartoffelmasse hineingeben, leicht andrücken und zu einem Kuchen formen. Kurz anbraten. Bei geschlossenem Deckel und mittlerer Hitze 15 Min. braten. Pfanne immer wieder leicht rütteln, um die Rösti am Rand zu lösen und das Festbraten am Pfannenboden zu verhindern. Nach 15 Min. Rösti vom Pfannenrand und Pfannenboden lockern und vorsichtig wenden (über einem Teller oder im Flug). Wenn nötig, nochmal 1 EL Rapsöl beigeben, bevor die gewendete Rösti zurück in die Pfanne kommt. Die zweite Seite ebenfalls ca. 15 Min. braten. Die Rösti soll auf beiden Seiten goldgelb-knusprig und durchgegart sein. Vegane Rösti auf eine Platte geben und sofort servieren oder im Ofen bei 80 °C warmhalten.

Veganes Rezept für rohen Kartoffelsaft

Zutaten (für 100 ml Saft): 4 mittelgrosse Bio-Kartoffeln (ohne Keime, grüne Stellen oder Druckstellen).

Zubereitung: Kartoffeln grosszügig schälen. Mit einer feinen Küchenreibe in ein Passiertuch oder ein sauberes Küchentuch reiben. Geraspelte Kartoffelmasse durch das Tuch in eine Schüssel oder direkt in ein Glas auspressen. Den veganen Saft frisch konsumieren, da er rasch oxidiert und bitter zu schmecken beginnt. Einfacher ist die Gewinnung von rohem Kartoffelsaft mit einem Entsafter.

Vegane Rezepte mit Kartoffeln finden Sie unter dem Hinweis: "Rezepte, die am meisten von dieser Zutat haben".

Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen:
Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler
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Einkauf - Lagerung

Kartoffeln sind saisonunabhängig das ganze Jahr hindurch bei sämtlichen Lebensmittelhändlern wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer oder Billa erhältlich. Teilweise auch in Bio-Qualität wie in Bio-Supermärkten von Denn's Biomarkt und Alnatura. Je nach Saison finden Sie verschiedene Sorten im Angebot. Auf dem Wochenmarkt der Region gibt es auch kleine Mengen zum Ausprobieren, denn die vielfältigen Sorten unterscheiden sich nicht nur durch ihr Äusseres in Form und Farbe, sondern ebenso in Geschmack und Konsistenz. Fertigen Kartoffelsaft in Bio-Qualität bieten Reformhäuser zum Kauf an, häufig ist dieser pasteurisiert und nicht mehr roh.

Sind weiche Kartoffeln noch essbar? Kartoffeln sollten eine knackig-frische Optik und keine Druckstellen aufweisen sowie weder schrumpelig noch weich sein. Von einem Verzehr weicher Kartoffeln ist deshalb abzuraten.

Bei Kartoffeln lohnt es sich besonders, auf Bio-Qualität zu achten, da diese durch weniger Nitrat belastet sind als Kartoffeln aus herkömmlichem Anbau.5 Daneben zeichnen sich Bio-Knollen durch längere Haltbarkeit aus und überzeugen mit einem feinen, nussigen Aroma. Beides hat mit dem langsamen Wachstum durch weniger Zugabe von Stickstoff und damit einem geringeren Wasseranteil zu tun.

Die Verfügbarkeit von Kartoffeln ist je nach Grösse des Ladens, Einzugsgebiet etc. unterschiedlich. Unsere erfassten Lebensmittelpreise für die D-A-CH-Länder finden Sie oben unter dem Zutatenbild - und mit Klick deren Entwicklung bei verschiedenen Anbietern.

Tipps zur Lagerung

Für längere Lagerzeiten eignet sich ein Karton, in dem die Kartoffeln nebeneinander liegen. Auch ein Beutel aus naturbelassenem, luftigem Stoff wie Jute oder grobem Leinen lässt die Kartoffeln atmen (kein Plastik). Ein unlackierter Tontopf mit Deckel dient ebenfalls. Wichtig ist, Kartoffeln im Dunkeln zu lagern und für ausreichend Belüftung zu sorgen.6,7

Möchten Sie rohe Kartoffeln länger aufbewahren, eignet sich ein dunkler, kühler und gut durchlüfteter Raum. Ideal ist eine Raumtemperatur zwischen 4 bis max. 8 °C, um das unerwünschte Keimen der Kartoffel möglichst lange zu vermeiden. Fällt die Temperatur unter 4 °C, verändert sich der Geschmack durch Umwandlung der Stärke in Zucker, was zu einem süsslichen Aroma führt.6 Bewährt haben sich zudem Kellerräume mit Holzregalen. Es gehen auch Kisten, durch welche die Luft zirkulieren kann. Besitzt der Keller ein Fenster, sollte man es abdunkeln, auch die Knollen deckt man besser ab. Stapeln Sie nicht zu viele Kartoffeln übereinander, da sie rasch Druckstellen bekommen und sich der Fäulnisprozess beschleunigt.7

Auf jeden Fall sollten Sie Kartoffeln getrennt von Obst und anderem Gemüse lagern, weil diese den Reifungsprozess fördern können. Lagern Sie ungewaschene Kartoffeln ein, denn das Waschen verursacht unerwünschte Druckstellen. Die Haltbarkeit von Kartoffeln hängt von den Lagerbedingungen und vom Typ ab. Frühkartoffeln mit dünneren Schalen sind dabei weniger lange haltbar als Spätkartoffeln, die sich oft monatelang lagern lassen.7

Da heutige Keller oft zu trocken und zu warm für die Kartoffellagerung sind, gibt es eine alte Methode, die man im eigenen Garten umsetzen kann: die «Erdmiete». Dieser Erdkühlschrank besteht aus einem mit Sand und Stroh gefüllten Erdloch im Garten und bietet vielfach bessere Bedingungen als der eigene Keller.6

Ist rohe Kartoffeln einfrieren giftig und kann man rohe, geschälte Kartoffeln einfrieren? Zum Einfrieren eignen sich rohe Kartoffeln nicht. Das Einfrieren macht sie nicht giftig, aber im gefrorenen Zustand verwandelt sich die vorhandene Stärke in Zucker. Zudem zerstört der grosse Wasseranteil durch die Ausbildung von Eiskristallen die Zellstruktur. Aus diesem Grund erhält man beim Auftauen Kartoffeln in einer glasigen, matschigen Konsistenz. Wie lassen sich geschälte rohe Kartoffeln aufbewahren? Auch geschälte Kartoffeln sollten sie generell nicht roh aufbewahren, da sie oxidieren. Hingegen ist das Einfrieren von geschälten, gekochten Exemplaren oder fertigen Kartoffelgerichten durchaus möglich.8

Inhaltsstoffe - Nährwerte - Kalorien

Zusammensetzung und Menge der Inhaltsstoffe, inkl. sekundäre Pflanzenstoffe, variieren extrem je nach Sorte, Wachstumsbedingungen und Verarbeitungsmethoden etc.

100 g rohe Kartoffeln (Solanum tuberosum) liefern 77 kcal an Energie. Darin sind 0,09 g Fett, 17 g Kohlenhydrate und 2 g Eiweiss enthalten. Allgemein besitzen naturbelassene Kartoffeln den Ruf eines guten Kalorienlieferanten, ohne dick zu machen. Dies liegt daran, dass der Kalorienanteil für einen Stärkelieferanten eher gering ist. Im Gegensatz dazu enthält z.B. ungekochter, weisser Jasminreis 365 kcal/100g.9 Kartoffeln enthalten etwa 2,1 g Ballaststoffe pro 100 g. Dieser Wert liegt unter dem von Vollkornmaismehl (7,3 g/100g), aber über dem von weissem Reis (0,3 g/100g) und Vollkornweizenprodukten (1,6 g/100g).9,10

Rohe Kartoffeln weisen pro 100 g etwa 20 mg Vitamin C auf. Dies deckt 25 % des Tagesbedarfs ab. Etwa gleich viel besitzt roher Butternusskürbis (19 mg/100g). Besonders viel Vitamin C weist z.B. grüne Chili-Paprika auf (242 mg/100g). Vitamin C ist jedoch hitzeempfindlich und löst sich im Wasser. Bei der gekochten Pellkartoffel sind deshalb nur noch 13 mg/100g übrig.9

Der Gehalt an Kalium beträgt 425 mg/100g (21 % des Tagesbedarfs). Ähnlich viel enthalten Wildreis (427 mg/100g) oder Vollkorn-Spaghetti (434 mg/100g). Besonders viel Kalium besitzen geschälte Hanfsamen (1200 mg/100g).9

Mit 0,3 mg/100g liefern rohe Kartoffeln 21 % unseres durchschnittlichen Tagesbedarfs an Vitamin B6 (Pyridoxin). Vollkorn-Spaghetti verfügen über ähnlich hohe Werte (0,28 mg/100g). Mehr als doppelt so viel des Vitamins bietet Vollkornreis (0,74 mg/100g).9

Die gesamten Inhaltsstoffe von Kartoffeln, die Abdeckung des Tagesbedarfs und Vergleichswerte mit anderen Zutaten finden Sie in unseren Nährstofftabellen. Im Artikel Nährstoffe umfassend erklärt bekommen Sie einen detaillierten Einblick in das Thema.

Wirkungen auf die Gesundheit

Die Kartoffel (Solanum tuberosum) enthält wertvolle Nährstoffe wie Vitamine, Proteine, Ballaststoffe und Mineralstoffe, insbesondere Kalium, Phosphor und Kupfer. Das günstige Kalium-Natrium-Verhältnis unterstützt den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt sowie das Säure-Basen-Gleichgewicht und ist besonders bei Bluthochdruck relevant.10,18,40 Kartoffeln wirken basisch und können überschüssige Säure neutralisieren. Ihre weiche Konsistenz schont den Magen, auch frisch gepresster Kartoffelsaft unterstützt bei Magenbeschwerden.17

Kartoffeln zeichnen sich durch ihren geringen Fettgehalt aus. Die enthaltenen Lipide bestehen vor allem aus Linol- und Alpha-Linolensäure. Kartoffelprotein enthält alle essenziellen Aminosäuren wie Methionin, Lysin, Tryptophan und Threonin in günstigem Verhältnis. Besonders hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Lysin, das in vielen pflanzlichen Lebensmitteln, insbesondere Getreide, oft begrenzt vorliegt. Die Kombination von Kartoffeln mit Getreide, insbesondere Mais, verbessert daher die Aminosäurebilanz der Ernährung. Rote und violette Kartoffelsorten enthalten tendenziell mehr Protein als gelbe oder cremefleischige Varianten.10

Wasserlösliche Ballaststoffe, darunter Glucane, Pektine, lösliche Arabinoxylane und Oligosaccharide, senken den Cholesterinspiegel und helfen, das Risiko für Herz-Kreislauf- und zerebrovaskuläre Erkrankungen zu reduzieren. Eine langfristige tägliche Aufnahme von etwa 18 g kann den Nüchternblutzucker senken. Wasserunlösliche Ballaststoffe fördern die Darmfunktion und beugen Verstopfung vor.10

Kartoffeln enthalten schnell verdauliche (RDS), langsam verdauliche (SDS) und resistente Stärke (RS). RDS erhöht den Blutzuckerspiegel innerhalb von bis zu 120 Minuten deutlich. SDS führt durch verzögerte Aufnahme zu stabileren Blutzuckerwerten. RS entgeht der Verdauung im Dünndarm, gelangt in den Dickdarm und fermentiert dort zu kurzkettigen Fettsäuren, die die Darmgesundheit unterstützen. Dies ist u.a. für Menschen mit Diabetes relevant.10,14,16 Gekochte Kartoffeln gelten gleichzeitig als Lebensmittel mit hohem glykämischen Index (GI), da durch die Erhitzung RS in schneller verfügbare Stärke übergeht. Ein langfristig hoher Konsum kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes erhöhen.11,12,17,40

Lesen Sie ergänzende Informationen bei den Zutaten Kartoffel, weiss, Kartoffel 'Sorte Russet', gekochte Pellkartoffeln und Kartoffelmehl nach.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Viele gesundheitliche Wirkungen von rohen Kartoffeln kann man auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückführen. Unser Artikel über sekundäre Pflanzenstoffe bietet einen Überblick über die Klassifizierung der Stoffgruppen, das Vorkommen in Lebensmitteln und mögliche Wirkungen auf den Menschen.

Rohe Kartoffeln mit Schale enthalten u.a. folgende sekundäre Pflanzenstoffe:10,14,40

  • Isoprenoide: Tetraterpene: Carotinoide
  • Alkaloide: Steroidalkaloide (α-Chaconin, α-Solanin)
  • Polyphenole: Phenolsäuren: Hydroxyzimtsäuren (Sinapinsäure, Chlorogensäure, Kaffeesäure); Flavonoide: Flavonole (Quercetin-Derivate, Kaempferol-Derivate, Rutin), Flavanole (Catechin), Anthocyane (Petunidin, Malvidin)

Polyphenole zählen zu den wichtigsten sekundären Pflanzenstoffen in Kartoffeln und tragen mit den Carotinoiden zum antioxidativen Potenzial bei. Sie korrelieren in Beobachtungs- und experimentellen Studien mit einem geringeren Risiko für chronische Erkrankungen, u.a. Krebs und Arteriosklerose. Gelbe, cremefarbene und weisse Kartoffeln enthalten insgesamt weniger Phenole und zeigen entsprechend geringere antioxidative Eigenschaften.10,11,12,40

Der Phenolgehalt von Kartoffeln liegt je nach Messmethode zwischen 31–883 mg/100g FW (Folin–Ciocalteu) bzw. 23–67 mg/100g FW (HPLC). Damit kann die Kartoffel ähnliche Werte wie Karotten (16–1029 mg/100g FW) und Heidelbeeren (220–753 mg/100g FW) erreichen und Blumenkohl (57–255 mg/100  FW), Weisskohl (170–253 mg/100g FW) und Erdbeeren (99–305 mg/100g FW) sogar übertreffen.14

Der Polyphenolgehalt hängt zudem stark von der Zubereitung ab. Kochen lockert die Zellstruktur, setzt gebundene Polyphenole frei und inaktiviert abbauende Enzyme, kann aber auch zu Verlusten durch Hitzeabbau oder Auswaschen ins Kochwasser führen. Der tatsächliche Gehalt ergibt sich aus dem Zusammenspiel dieser Prozesse. Lichteinwirkung erhöht den Gehalt an Flavonolen, während dunkle Lagerung zu geringeren Konzentrationen führt. Kälte kann die Bildung von Flavonolen und Anthocyanen in den Knollen steigern. Carotinoide reagieren empfindlich auf Licht, Sauerstoff und Hitze. Der Carotinoidgehalt nimmt beim Kochen in der Regel ab. In einzelnen Fällen steigt jedoch die messbare Menge, da Hitze protein-gebundene Carotinoide freisetzt und dadurch besser zugänglich macht.10,17,40

Pigmentierte Kartoffeln enthalten nennenswerte Mengen an Anthocyanen, häufig in veresterter Form mit Phenolsäuren. Experimentelle Studien weisen auf entzündungshemmende Effekte hin, u.a. bei Reizdarmsyndrom und anderen chronischen Erkrankungen des Verdauungstrakts. Violettfleischige Kartoffeln erreichen Anthocyangehalte von 63–588 mg/100g (roh) bzw. 71–453 mg/100g (gekocht). Rotfleischige Kartoffeln enthalten deutlich weniger (8,2–55,3 mg/100g gekocht).10 In-vitro- wie auch In-vivo-Untersuchungen zeigen, dass Steroidalkaloide wie α-Chaconin, α-Solanin das Wachstum von Krebszellen hemmen können. Gleichzeitig wirken sie in höheren Mengen toxisch für den Menschen. Mehr dazu im Folgekapitel "Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen".10

Gefahren - Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen

Die in der Kartoffel enthaltenen Glykoalkaolide α-Solanin und α-Chaconin können nach einem Verzehr grosser Mengen zu Vergiftungserscheinungen führen. Das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfahl 2018 deshalb eine maximale Zufuhrmenge von 0,5 mg Glykoalkaloide pro kg Körpergewicht. Aufgrund eines Vergiftungsfalles von 2015 forderte das BfR zudem, den bisherigen Glykoalkaloidgehalt in Kartoffeln von bisher 200 mg auf 100 mg pro kg Frischgewicht zu reduzieren. Der Gehalt lässt sich durch eine korrekte Lagerung oder das Herausschneiden grüner Stellen markant senken.1

Solanum tuberosum bildet verstärkt Solanin bei zu grosser Lichteinwirkung,19 was durch grüne Verfärbungen erkennbar ist. Entweder, weil Kartoffeln zu weit an der Oberfläche wachsen, oder bei Lichteinfall während der Lagerung. Der Solaningehalt steigt ebenfalls durch Druckstellen und, wenn die Kartoffel ausschlägt (keimt).20 Solanin ist hitzebeständig,21 reduziert sich aber durch das Entfernen der Schale und im Wasser, z.B. bei der Zubereitung von Salzkartoffeln.2

Ist rohe Kartoffeln braten giftig? Erhitzt man die Kartoffel stark, um z.B. eine Kruste zu erhalten wie bei den Bratkartoffeln, der Rösti oder bei frittierten Pommes, bildet sich durch die enthaltenen Aminosäuren Asparagin und Glutamin das unerwünschte Karzinogen Acrylamid. Man bezeichnet diese Krustenbildung auch als Maillard-Reaktion. Dieser Vorgang findet ab Temperaturen von 140 °C statt.22 Vermindern lässt sich die Bildung durch eine geregelte Temperaturführung unterhalb der kritischen Werte und die Verwendung von gekochten Kartoffeln.

Verwendung als anerkannte Heilpflanze

Ist Kartoffelsaft giftig? Der Saft aus rohen Kartoffeln wirkt magenschonend und neutralisiert die Magensäure. Bei akutem oder chronischem Sodbrennen, Magenbrennen oder auch Gastritis wirkt der basische Saft beruhigend. Die entzündete Magenwand schmerzt dadurch weniger.17

Man untersuchte den Wert und die biologische Aktivität von konzentriertem Protein aus dem Kartoffelsaft und dessen Wirkung. Das so gewonnene Eiweiss ist wertvoller in der Zusammensetzung, als jenes aus tierischen Produkten. Begründet durch die Balance zwischen den essenziellen Aminosäuren und den zusätzlichen Komponenten wie Mineralstoffen und Antioxidantien. Die Technik, die Proteinfraktion aus dem rohen Kartoffelsaft zu gewinnen, ist sehr aufwendig, weswegen es noch keinen kommerziellen Markt dazu gibt. In-vivo-Studien mit gefriergetrocknetem Kartoffelsaft-Protein beweisen, dass die Hitzebehandlung die biologische Aktivität des enthaltenen Proteins nicht beeinträchtigt. In-vitro-Studien zeigten, dass hoch konzentrierter Kartoffelsaft über Inhaltsstoffe verfügt, die erfolgreich gegen Krebszellen vorgehen.23

Eine Studie konnte nachweisen, dass sich beim täglichen Konsum von 100 ml rohem Kartoffelsaft, gleich nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafengehen, nach einer Woche bei zwei Drittel der Teilnehmenden die Beschwerden wie Oberbauchschmerzen und Sodbrennen merklich gebessert haben. Dieses Resultat untermauert die in der Volksmedizin längst bekannte Wirkung.24

Volksmedizin - Naturheilkunde

Daher nutzt die traditionelle Medizin Europas den Saft von frisch gepressten Kartoffeln wegen seiner säurehemmenden und krampflösenden Wirkung bei Magenbeschwerden. Erste medizinische Aufzeichnungen über die Verwendung von rohen Kartoffeln bei Magen-Darm-Beschwerden gehen auf den Schweizer Arzt Bircher-Benner (1897-1939) zurück. Auch die topische Anwendung von Kartoffeln ist in der traditionellen Medizin beliebt. Gekochte Kartoffeln, aufgetragen als warme oder heisse Packung, lindern Schmerzen oder erweichen Furunkel.25

Bei Augenschwellung und dunklen Augenringen können Kartoffeln Abhilfe verschaffen. Reiben Sie dafür die Kartoffel fein und tragen Sie sie für 15 Minuten unter die Augen auf. Danach mit lauwarmem Wasser abwaschen. Oder mischen Sie die fein geriebene Kartoffel mit zwei EL Wasser, tunken Sie ein Wattepad in die Flüssigkeit und legen Sie die Pads für 15 Minuten auf die Augen. Alternativ legen Sie ganze oder halbe Scheiben auf resp. unter die Augen, die Sie vorher wahlweise im Kühlschrank gekühlt haben.26

Eine heisse Kartoffelauflage mit ihrer grossen Wärmespeicherkapazität lindert nachhaltig arthrotische Beschwerden, wirkt antiödematös, schmerzlindernd, muskelentspannend, tief durchwärmend und entzündungshemmend.27 Für einen entsprechenden Kartoffelwickel benötigt es 500 g weichgekochte Kartoffeln, in ein Papiertuch gewickelt und anschliessend in ein Geschirrtuch gepackt. Die Kartoffeln zerdrückt man im Paket zu einer 2-3 cm dicken Auflage, die etwa so gross ist wie die zu behandelnde Stelle. Vor dem Auflegen sorgfältig prüfen, ob die Hitze verträglich ist. Ganz ähnlich bereitet man die Kartoffel-Fusswärmeflasche zu. Den Wickel legt man, passend zur Fussgrösse, auf die Fusssohlen. Fixieren Sie die Auflage mit Wollsocken. Diese Variante wärmt sehr intensiv und fördert die Beweglichkeit. Ebenfalls wirksam sind Kartoffelwickel bei starkem Bronchial-Husten und bei Halsschmerzen, auf der jeweiligen Stelle.28

Ökologischer Fussabdruck - Tierwohl

Zur Einschätzung der Klimafreundlichkeit eines Lebensmittels dient in erster Linie der CO2-Fussabdruck. Dieser hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. So spielen die Art der landwirtschaftlichen Produktion (konventionell vs. ökologisch), saisonale, regionale oder inländische Produktion bzw. Import per Lkw, Schiff oder Flugzeug, unterschiedliche Verpackungsarten und ob es sich um Frischwaren oder Tiefkühlwaren handelt, eine entscheidende Rolle.29

1 kg frische Kartoffeln (bio und konventionell) verfügen über einen CO2-Fussabdruck zwischen 0,2 und 0,39 kg CO2eq/kg, wobei dieser Wert von Hersteller zu Hersteller variieren kann.29,30 Die benötigte Wassermenge zur Herstellung von 1 kg Kartoffeln beträgt 287 Liter.31

Kartoffeln benötigen für eine Tonne Ertrag ca. 0,06 ha Land. Reis hingegen benötigt für dieselbe Menge 0,24 ha und Weizen sogar 0,35 ha. Für die Produktion von Reis ist deutlich mehr Wasser notwendig als für Kartoffeln oder Weizen. Die Kartoffel speichert einen grossen Wasseranteil und hinterlässt eine deutlich geringere CO2-Bilanz als Weizen und Reis.12

Ausführliche Erläuterungen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren (wie z.B. ökologischer Fussabdruck, CO2-Fussabdruck, Wasser-Fussabdruck) lesen Sie in unserem Artikel: Was bedeutet der ökologische Fussabdruck?.

Tierschutz - Artenschutz

Die Kartoffel hat laut Udo Pini eine grosse Interessengemeinschaft. Dies schliesst er aus dem emotional geführten Kampf um den Erhalt der Kartoffelsorte 'Linda', die wegen des auslaufenden Patents verschwinden sollte. Im Jahr 2009 gelang die Rettung durch genügend Stimmen. In der Schweiz kämpft u.a. der Verein ProSpecieRara um das Kartoffelerbe mit dem Slogan 'Vielfalt für alle'. Der Verein sorgt sich darum, dass alte Sorten nicht verloren gehen, und kümmert sich um den Erhalt der Sortenvielfalt.32

Obwohl Bienen die Kartoffelblüten aufgrund des hohen Alkaloid-Gehalts nicht anfliegen, kann die Kartoffelpflanze bei hohem Blattlausbefall für Bienen durchaus interessant sein. Auch blühende Beikräuter tragen zur Erhöhung des Bienenflugs bei. Laut Bienenschutzverordnung dürfen bei Bienenflug keine Anwendungen mit bienenfeindlichen Pflanzenschutzmitteln erfolgen. Der Einsatz von bienenungefährlichen Präparaten ist hier erlaubt, oder man weicht zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubungsinsekten auf die Abendstunden aus.41

Weltweites Vorkommen - Anbau

Kartoffeln (Solanum tuberosum) stammen ursprünglich aus der Andenregion, wo man sie seit über 7000 Jahren als Grundnahrungsmittel anbaut. Studien zeigen, dass ihr spezifischer Ursprung im heutigen südlichen Peru liegt. Seit der Einführung der Kulturpflanze in Europa im 16. Jahrhundert und ihrer weltweiten Verbreitung ist die Kartoffel nach Weizen, Reis und Mais die viertgrösste Nahrungspflanze.33

Obwohl in den Andengebieten von Chile, Bolivien und Peru heimisch, baut man S. tuberosum heute weltweit an. 2022 galten China, Indien, die Ukraine, Russland, die USA, Deutschland, Bangladesch, Frankreich, Pakistan sowie die Niederlande zu den Top 10 Kartoffelproduzenten.34

Wild zu finden

Derzeit existieren 151 bekannte Arten von Wildkartoffeln. Diese ungeniessbaren Arten sind die ursprünglichen Vorfahren heutiger Kulturkartoffeln. Wilde Arten kommen vom Südwesten der Vereinigten Staaten bis in den Süden Chiles vor, wobei die meisten in Peru und Bolivien wachsen. Sie gedeihen in den unterschiedlichsten Böden und Klimazonen, von trockenen Wüsten entlang der peruanischen Küste bis zu den Tälern der Anden in Höhenlagen von bis zu 4200 Metern über dem Meeresspiegel. Temperaturveränderungen in Verbindung mit dem Verlust von Lebensraum stellen die grösste Bedrohung für Wildkartoffelarten dar. Jüngste Modellstudien zeigen, dass bis 2050 bis zu 13 Wildkartoffelarten aussterben und bis zu 52 % des Verbreitungsgebiets verloren gehen könnten.35

Anbau - Ernte

Der eigene Anbau von Kartoffeln ist sehr einfach und an keine bestimmte Sorte gebunden. Achten Sie bei unterschiedlichen Sorten in einem gemeinsamen Topf lediglich darauf, dass die Kartoffeln eine ähnliche Reifezeit besitzen. Ob Beet oder Topf: Die optimale Pflanzzeit im mitteleuropäischen Raum liegt zwischen Anfang April und Mitte Mai, bei mind. 10 °C tagsüber und nicht weniger als 5 °C in der Nacht. Damit Kartoffeln optimal wachsen, benötigen sie einen warmen, sonnigen, vor Witterung geschützten Standort. Ideal ist ein Platz an der Südwand mit Dachüberstand. Pflanzen Sie ihre Kartoffeln im Topf an, sollte dieser über ein Fassungsvermögen von 10 bis 20 Litern verfügen. Die Erde sollte nie ganz austrocknen - verhindern Sie gleichzeitig die Entstehung von Staunässe. Während des Wachstums versorgen Sie die Kartoffelpflänzchen mit genügend Nährstoffen über einen Flüssigdünger. Nach etwa drei bis vier Monaten sind die Knollen erntereif. Frühkartoffeln ab Juli. Graben Sie die Pflanzen aus, um die Knollen zu ernten. Kann man Kartoffeln im Plastiksack anbauen? Der Anbau in Plastiksäcken ist grundsätzlich möglich. Da in Plastiksäcken allerdings überschüssiges Wasser nicht abfliesst, kommt es schnell zu Staunässe, die sich negativ auf das Kartoffelwachstum auswirkt und Ernten zerstört.36

Bei der kommerziellen Herstellung von Kartoffeln gilt es, einige Punkte mehr zu beachten. Im Herbst vor der Pflanzung graben Landwirte den Boden 20 Zentimeter tief um. Über den Winter ist es für die Lockerung der Erde sinnvoll, eine Begrünung anzupflanzen. Im Frühling gräbt man den Boden oberflächlich um und sät die Kartoffel an. Massvolles Düngen fördert den Ertrag. Mit einem Übermass an Nährstoffen im Boden nimmt das Risiko eines Ernteschadens zu. Die Kartoffel zeigt sich anfälliger und erhält eine gräuliche Färbung nach dem Kochen. Biobauern düngen den Boden mit Kompost. Viele herkömmliche Bauernbetriebe nutzen zusätzlich zu den chemisch-synthetischen Düngemitteln auch das Kartoffel-Fruchtwasser, das bei der Herstellung von Stärkemehl anfällt. In den Hauptanbaugebieten beginnt Ende Februar der Anbau der Frühkartoffeln, der Lagerkartoffeln Anfang bis Mitte April. Die ideale Temperatur für die Entwicklung der Kartoffeln liegt zwischen 8 und maximal 25 °C. Da die Kartoffelpflanze nur über sehr kurze Wurzeln verfügt, muss man die Anbaufläche regelmässig wässern. Die Erntezeit beginnt Mitte oder Ende Mai (Frühkartoffeln) und dauert bis in den Spätherbst hinein: Ende August beginnt die Erntezeit der Lagerkartoffel. Bei der Ernte sollte der Boden möglichst trocken sein, damit die Erde lockerer ist. So sinkt auch das Risiko von Lagerschäden. Um den Erntezeitpunkt für Lagerkartoffeln zu bestimmen, nimmt man am besten eine Probe. Dazu holt man eine Kartoffel aus dem Boden und reibt an der Schale. Löst sie sich rasch, ist die Kartoffel noch nicht reif und noch nicht zum Lagern geeignet. Schneidet man die Kartoffel auf und es quietscht, fehlt es ihr an Stärkegehalt. Die Knolle benötigt noch etwas Zeit in der Erde.37

Kartoffeln sind eine sehr anfällige Kultur für Schädlinge und Krankheiten, die je nach Sorte variiert. Zu den wichtigsten Schädlingen zählt die Kartoffelblattlaus. Es gibt viele andere Blattläuse, die Viren auf Kartoffelpflanzen übertragen können. Auch Nematoden (Fadenwürmer), der Kartoffelkäfer, Erdraupen und Drahtwürmer sind bekannte Schädlinge. Die Kraut- und Knollenfäule (Phytophtora infestans) ist eine der gefährlichsten Pilzkrankheiten der Kartoffel. Bei feuchtwarmen Bedingungen kann ein schwerer Befall einen Ernteausfall von 50 % bis zum Totalausfall bedeuten. Die Dörrfleckenkrankheit (Alternaria solani) und die Wurzeltöterkrankheit (Rhizoctonia solani) sind bedeutende Pilzkrankheiten. Zu den bakteriellen Krankheiten zählen die Schwarzbeinigkeit und die Knollennassfäule (Erwinia carotovora), der Kartoffelschorf (Strepomyces scabies) und die Bakterienringfäule (Clavibacter michiganensis ssp. sepedonicus). Verwendet man gesundes Pflanzgut, kann man Knollennassfäule und Kartoffelschorf gut vermeiden. Auch Viren und Virosen mindern den Kartoffel-Speisewert erheblich. Die durch ein Viroid hervorgerufene Krankheit wie z.B. die Spindelknollenkrankheit und die von einem Phytophlasma ausgelöste Stolbur-Krankheit sind durch gute Pflanzguterzeugungen nicht mehr so bedeutsam.15

Kartoffeln zählen zu den meistgespritzten Kulturen im Ackerbau. Im Gegensatz dazu weisen Bio-Kartoffeln deutlich weniger Pestizidrückstände auf. Die Düngung erfolgt ohne synthetische Mittel.32

In Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen biologische Kartoffeln nicht immer zu 100 % aus biologischem Saatgut stammen. Ist kein biologisch-zertifiziertes Pflanzgut vorhanden, können Landwirte vor dem Ankauf Ausnahmegenehmigungen der Kontrollstelle einholen. Nicht-zertifiziertes Pflanzgut muss die Bio-Qualitätskriterien erfüllen, damit die Bewirtschaftung als biologisch gilt.13

Weiterführende Informationen

Ist die Kartoffel ein Gemüse? Kartoffeln (Solanum tuberosum) sind Nachtschattengewächse (Solanaceae) mit stärkehaltigen Knollen. Obwohl die stärkehaltigen Pflanzen in der Zubereitung ähnlich wie Getreide sind, gehören sie weder zum Gemüse noch zum Obst oder Getreide. Von vielen Pflanzen, deren unterirdische Speicherorgane hauptsächlich Stärke als Reservematerial enthalten, nutzt man vor allem vier Gattungen: Maniok (Manihot esculenta), Süsskartoffel (Ipomoea batatas), Yam (Dioscorea) und Kartoffeln. Topinambur (Helianthus tuberosus) bezeichnet man zwar oftmals als Erdapfel oder Erdartischocke, er ist jedoch nicht näher mit der Kartoffel verwandt.38

Weltweit sind über 4000 Kartoffelsorten bekannt. Die meisten davon findet man in den Anden Südamerikas.35 Immer weitere, neue Züchtungen ergänzen die Liste, andere wiederum fallen weg. In der Schweiz kommen über 50 agronomische Kriterien zum Einsatz, um neue Sorten für Anbau und Verkauf zu bewerten.4 Besonders bedenklich hingegen: Produzenten in der Schweiz sortieren rund ein Drittel ihrer Kartoffelproduktion aus, da sie angeblich den visuellen Anforderungen der KonsumentInnen nicht entsprechen. Dabei kommen Unmengen an Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmitteln zum Einsatz. Die aussortierten "Abfallprodukte" dienen als Tierfutter für Kühe. Pro Jahr sind dies über 100 Millionen kg Speisekartoffeln, wobei über die Hälfte davon problemlos für den Menschen verzehrbar wäre. Diesem Umstand wirken Vereine entgegen, die zu günstigeren Preisen Gemüse "mit kleinen Fehlern" verkaufen - und das mit Erfolg.39 Seit einigen Jahren halten zudem vergessene Sorten vermehrt Einzug am Wochenmarkt und in den Supermärkten. Diese neuen alten Sorten sind im Geschmack oft nussiger und fallen häufig durch ihr buntes Fruchtfleisch auf. Viele davon zeigen sich in unterschiedlichen Farben wie Rot oder Blau und variieren von oval über rund bis hin zu hörnchenförmig.

Alternative Namen

Alternativnamen für die Kartoffel sind Erdapfel, Erdbirne, Grundbirne, Potaten (Mehrzahl). Der englische Name lautet potato bzw. potatoes (Mehrzahl). In Italien hingegen nennt man die Knolle patata.

1.

"Die häufigsten in der Kartoffel vorkommenden Glykoalkaloide sind α-Solanin und α-Chaconin. Diese sekundären Inhaltsstoffe dienen der Pflanze zur Abwehr von Schädlingen und Krankheitserregern. Der Verzehr von grünen, keimenden oder beschädigten Kartoffeln kann zu Vergiftungen durch Glykoalkaloide führen."

"Kartoffeln sollten kühl, dunkel und trocken gelagert und grüne Stellen und Sprossknospen, sogenannte „Augen“ in Kartoffeln, grosszügig entfernt werden. Alte, eingetrocknete oder keimende Kartoffeln sowie Kartoffeln mit mehreren grünen
Stellen sowie Snacks aus Kartoffelschalen sind für den Verzehr nicht geeignet."

"Verbraucherinnen und Verbraucher sollten das Kochwasser von Kartoffeln nicht wieder verwenden, da die Glykoalkaloide teilweise in das Kochwasser übergehen können"

"Im Allgemeinen wurden Kartoffeln mit einem Glykoalkaloidgehalt von bis zu 200 mg pro kg Frischgewicht bisher als unbedenklich angesehen. Der sehr geringe Abstand zwischen den bislang als unbedenklich angesehenen Glykoalkaloidgehalten sowie den im konkreten Fall beobachteten Vergiftungssymptomen nach Verzehr von Kartoffeln mit einem Glykoalkaloidgehalt von 236 mg pro kg Kartoffeln weisen jedoch darauf hin, dass bei dem bisher als unbedenklich angesehenen Wert für Glykoalkaloidgehalte von 200 mg pro kg Kartoffeln Vergiftungssymptome möglich sein könnten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat die verfügbaren Daten toxikologisch bewertet und auf dieser Grundlage abgeschätzt, ab welchem Glykoalkaloidgehalt von Kartoffeln gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich sein könnten. Dabei wurde auf Basis der gegenwärtig verfügbaren Daten ein NOAEL (No Observed Adverse Effect Level: höchste Dosis, bei der keine unerwünschten gesundheitlichen Wirkungen beobachtet werden) von 0,5 mg pro kg Körpergewicht und Tag abgeleitet. Um diese Dosis nicht zu überschreiten, sollte der Glykoalkaloidgehalt von Speisekartoffeln bei unter 100 mg pro kg Frischgewicht liegen. Damit werden auch besonders empfindliche Bevölkerungsgruppen berücksichtigt. Das BfR empfiehlt, entsprechende Untersuchungen zum Glykoalkoloidgehalt in Kartoffeln durchzuführen."

Website

Bundesinstitut für Risikobewertung. Speisekartoffeln sollten niedrige Gehalte an Glykoalkaloiden (Solanin) enthalten. Stellungnahme Nr. 010/2018 vom 23. April 2018.

2.

"Sie befinden sich grösstenteils in der Schale der Knollen. Konzentriert sind sie in den Sprossen und den Sprossknospen, den sogenannten „Augen“ zu finden. Grünlich gefärbte Stellen an der Frucht deuten auf einen höheren Alkaloidgehalt hin. Ein Teil der Alkaloide wird beim Kochen an das Wasser abgegeben."

Website

BfR Bundesinstitut für Risikobewertung. Fragen und Antworten zu Solanin (Glykoalkaloiden) in Kartoffeln. 2018.

3.

"Festkochende Speisekartoffeln haben ein feinkörniges, feuchtes Fleisch und sind länglich bis oval. Ihr Stärkegehalt ist relativ gering (ca 11-13 %), weshalb die Schale beim Kochen nicht aufplatzt. Sie sind deshalb für alle Gerichte geeignet, bei denen die Kartoffel in Form bleiben soll: Kartoffelsalat, Bratkartoffeln, Gratin, Rösti oder die klassische Pellkartoffel."

"Wann die festkochenden Sorten geerntet werden, ist unterschiedlich – je früher im Jahr, desto milder sind sie im Geschmack. Zu den bekannten Sorten gehören zum Beispiel Allians, Belana, Goldmarie oder Princess."

"Die vorwiegend festkochenden Sorten sind sozusagen die Sandwichkinder der Kochtypen-Familie: Sie sind mittelfest und nach dem Garen ein bisschen trockener als festkochende; ihre Schale platzt beim Kochen leicht auf. Sie sind echte Allrounder und können eigentlich für fast alles eingesetzt werden: Rösti, Salz- und Bratkartoffeln, Eintöpfe, Aufläufe oder Pommes. Besonders mit leckeren Sossen bilden sie ein perfektes Team, da sie diese richtig schön aufnehmen. Sie enthalten mit 13-15 % etwas mehr Stärke und bekommen beim Braten oder Frittieren deshalb eine schöne Bräunung. „Vorwiegend festkochend“ heisst also nicht, dass die meisten der Kartoffeln im Netz festkochend sind, sondern beschreibt die Zwischenkategorie zwischen festkochend und mehligkochend."

"Zu den beliebten vorwiegend festkochenden Sorten gehören zum Beispiel Gala, Marabel, Milva oder Toscana."

"Mehligkochende Kartoffeln sind meistens später reifend und schmecken daher kräftig und aromatisch. Das Fleisch ist grobkörniger als bei den anderen Kochtypen, eher trocken und sehr weich. Bei langer Garzeit zerfallen sie. Da sich Mehligkochende super zerkleinern lassen, eignen sie sich besonders für Püree, Gnocchi, Knödel, Suppen und Co. Sie enthalten 14-16 % Stärke. Zu den beliebten Sorten gehören u. a. Adretta, Gunda, Lilly und Lucilla."

Website

Die Kartoffel de: Von mehlig bis fest: die unterschiedlichen Kochtypen. 2016.

4.

Siehe Tabelle ab S. 2.

"Seit mehr als 60 Jahren untersuchen die eidgenössischen Forschungsanstalten europäische Neuzüchtungen gemäss einem Protokoll, das im Laufe der Zeit nur wenig verändert wurde. Die neuen Sorten wurden darauf untersucht, ob sie für den Anbau in der Schweiz geeignet sind und den Anforderungen des hiesigen Marktes genügen. Dabei wurden rund 50 agronomische Kriterien an mehreren Versuchsstandorten geprüft. Diese Kriterien wurden auf dem Feld, während der Ernte, der Lagerung der Knollen, der Verarbeitung oder beim Verkauf erhoben."

Website

Schwärzel R, Torche JM et al. Schweizer Sortenliste für Kartoffeln 2021. Agroscope Transfer. 2020;362:1–6.

5.

"Knospe-Produzent:innen verzichten auf chemisch-synthetische Düngemittel und beheizen ihre Treibhäuser im Winter nicht. Deshalb können sie die Kartoffeln und das Gemüse nicht künstlich auftreiben. Die Pflanzen gedeiehen langsam und in echtem Boden. Das schmeckt man. Knospe-Kartoffeln und -Gemüse sind nicht nur intensiver im Geschmack, sondern auch gesünder. Laut wissenschaftlicher Studien ist zum Beispiel Bio-Blattgemüse deutlich weniger mit Nitrat belastet als konventionelles."

Website

Bio Suisse ch. Knospe-Gemüse und -Kartoffeln sind begehrt: 5 Punkte, die den Anbau zur Königsdisziplin des Biolandbaus machen.

6.

"Kartoffeln sollten stets dunkel gelagert werden."

"Ideal sind Temperaturen zwischen vier und acht Grad. Moderne Keller sind aufgrund ihrer Abdichtung oft zu warm für Kartoffeln. Zudem weisen die Keller moderner Häuser durch ihre Betonwände eine meist viel zu geringe Luftfeuchtigkeit auf. Ein Eintrocknen der Knollen ist daher bei der Lagerung im Keller oft der Fall."

"Kühlschränke mit Gemüsefach oder unterschiedlichen Temperaturzonen bieten viel eher die optimalen Bedingungen für Kartoffeln. Aber Achtung: Werden Kartoffeln unter vier Grad gelagert, dann entwickeln sie einen seltsam süsslichen Geschmack, da sich bei diesen Temperaturen die enthaltene Stärke in Zucker umwandelt."

"Eine alte Methode, um Kartoffeln und Wurzelgemüse zu lagern, ist die sogenannte «Erdmiete». Dieser Erdkühlschrank besteht aus einem mit Sand und Stroh gefüllten Erdloch im Garten."

Website

Nachhaltig leben ch. Kartoffeln lagern: So bleiben sie am längsten frisch.

7.

"Die stärkehaltigen, schmackhaften Knollen sind bei richtiger Lagerung oft monatelang haltbar. Für die Kartoffel-Lagerung eignen sich neben den typischen Holzkisten ebenso luftdurchlässige Jutesäcke oder Flechtkörbe. Die wichtigsten Parameter für die erfolgreiche Lagerung von Kartoffeln sind Temperatur, Lichtexposition und Feuchtigkeit."

"Sie sollten Ihre Kartoffeln dunkeln lagern und auf jeden Fall vor Lichteinfall schützen."

"Obwohl die Kartoffel selbst zu einem grossen Teil aus Wasser besteht, sollte ihre Schale bei der Einlagerung vollständig abgetrocknet sein, da Kartoffelkrankheiten sich sonst rasch im Lager ausbreiten können."

"Manche Obst- und Gemüsearten – wie Apfel (Malus x domestica) oder Tomate (Solanum lycopersicum) – sondern das gasförmige Pflanzenhormon Ethylen ab. Dieses beschleunigt die Reife, aber auch die Alterung von sensiblem Gemüse und kann somit zu frühzeitigem Verderb der Knollen führen."

"Wollen Sie Kartoffeln möglichst lange lagern, ist es ratsam, sie vor dem Einlagern nicht zu waschen. Die Knollen sollten allgemein locker liegen, nicht gequetscht und regelmässig auf Fäule und andere Lagerkrankheiten kontrolliert werden. Sollte eine der Knollen eine faule oder schimmlige Stelle aufweisen, entfernen Sie diese von den anderen, um eine Verbreitung zu vermeiden."

Website

Plantura garden: Kartoffeln lagern & richtig aufbewahren.

8.

"Die schlechte Nachricht zuerst: Rohe Kartoffeln sind zum Einfrieren nicht geeignet."

"Bei niedrigen Temperaturen wird die Stärke der Knolle in Zucker umgewandelt. Das Ergebnis ist ein süsslicher Geschmack, der mit dem aromatischen Kartoffelgeschmack wenig zu tun hat und eher als unangenehm empfunden wird. Hinzu kommt, dass beim Gefrieren die Zellstruktur der Knolle zerstört wird, sodass sie beim Auftauen eine matschige und glasige Konsistenz erhält."

"Das Einfrieren von bereits gekochten Kartoffeln ist dagegen wesentlich erfolgsversprechender. Geschält, in grösseren Stücken, Scheiben oder im Ganzen lassen sich Kartoffeln problemlos einfrieren und im Anschluss besonders gut zur Zubereitung von Aufläufen, Suppen oder Kartoffelbrei verwenden. So finden auch die übrigen Salzkartoffeln vom Sonntagsessen eine neue Bestimmung!"

"Noch bessere Erfolge erzielt man mit dem Einfrieren von fertigen Kartoffelgerichten."

"Kartoffelsuppe, Kartoffelpüree oder sogar Bratkartoffeln überstehen die Lagerung im Eisfach problemlos und lassen sich unter Zugabe von etwas Öl oder Sahne im Handumdrehen in Pfanne oder Ofen auftauen. Kartoffelklösse lassen sich bereits gegart bestens eiskalt konservieren. In Pergamentpapier oder Backpapier gewickelt sind sie gegen lästiges Aneinanderfrieren geschützt und in einem Topf mit Dämpfaufsatz oder kochendem Salzwasser leicht zubereitet."

Website

Die Kartoffel de: Kartoffeln einfrieren – geht das? 2017.

9.

Siehe Nährstofftabelle.

Website

USDA United States Departement of Agriculture.

10.*

The potato (Solanum tuberosum L.) belongs to the family Solanaceae and is one of most versatile crops, vital components of the human diet in numerous countries. It is regarded as one of the most promising crops for reducing world hunger and poverty. It is one of the foremost non-grain crops in the world, being a cost-effective and easily accessible food with several health benefits. The entire plant including peel, tuber, and leaves are used in traditional medicine. Potatoes are high in carbohydrates, lipids, phenolic acids, anthocyanins, carotenoids, proteins, flavonoids, vitamins, potassium, phosphorus, copper, and fiber. The purpose of this review study was to present up-to-date information on novel metabolites discovered in potatoes that play a role in preventing illness and improve human well-being. We attempted to assemble data on the variety of pharmacological activity including antioxidant, anti-diabetic, antihypertensive, anticancer, antiobesity and anti-inflammatory properties of potatoes, as well as their function in enhancing gut health and satiety. In-vitro investigations, human cell culture, experimental animal studies have revealed that potatoes have a variety of health-promoting qualities. The observations and recommendations presented here are scientifically interesting for food chemistry, pharmacology, nanotechnology, and toxicology. These may also contribute to enhance nutrition, food safety, and human health.

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

Study: weak evidence

Imran S, Qayyum A, Yang X, Bibi Y, Yang LE, Pu X et al. A panoramic review on phytochemistry, pharmacological potential, health benefits, and versatility of Solanum tuberosum L. Not Bot Horti Agrobo. 2025;53(1):14080. 

11.*

"Potatoes have shown promising health-promoting properties in human cell culture, experimental animal and human clinical studies, including antioxidant, hypocholesterolemic, anti-inflammatory, antiobesity, anticancer and antidiabetic effects. Compounds present such as phenolics, fiber, starch and proteins as well as compounds considered antinutritional such as glycoalkaloids, lectins and proteinase inhibitors are believed to contribute to the health benefits of potatoes. However, epidemiological studies exploring the role of potatoes in human health have been inconclusive. Some studies support a protective effect of potato consumption in weight management and diabetes, while other studies demonstrate no effect and a few suggest a negative effect. As there are many biological activities attributed to the compounds present in potato, some of which could be beneficial or detrimental depending on specific circumstances, a long-term study investigating the association between potato consumption and diabetes, obesity, cardiovascular disease and cancer while controlling for fat intake is needed."

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.1002/jsfa.7848

Study: weak evidence

Visvanathan R, Jayathilake C et al. Health‐beneficial properties of potato and compounds of interest. J Sci Food Agric. 2016;96(15):4850–4860.

12.*

"We have found that authors have not been able to sufficiently take into account the cooking method, which is a major determinant of nutrient content of the potato as eaten. In addition, no studies measured the RS content. However, evidence did suggest a positive association between obesity, risk of T2DM, and CVD and the consumption of French fries/‘chips’ in the UK."

"Furthermore, studies suggest that less energy is consumed if potato rather than pasta or rice is eaten as part of a mixed meal."

"A ton of potato produced requires only 0.06 ha of land, while rice and wheat require 0.24 and 0.35 ha of land, respectively [7]. Moreover, potato and wheat need less water compared to rice [7] and despite the potato having the highest water content (80%), the energy produced per litre of water is greatest for the potato. In addition, the potato has the lowest carbon footprint of the three [7]."

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.3390/nu10111764

Study: weak evidence

Robertson T, Alzaabi A et al. Starchy carbohydrates in a healthy diet: the role of the humble potato. Nutrients. 2018;10(11):1764.

13.

"Ist für einzelne Sorten kein Biopflanzgut erhältlich, muss vor Ankauf eine Ausnahmegenehmigung der Kontrollstelle vorliegen (nur bei Verfügbarkeitsstufe 2; Genehmigung bei der Biosaatgutstelle einholen)."

"Generell soll nur gesundes und zertifiziertes Pflanzgut («Z-Saatgut») verwendet werden. Nach Erhalt des Pflanzguts sollten die Säcke und Grossgebinde (Bigbags) entleert und ein Muster gewaschen werden. Qualitätsmängel (z.B. Rhizoctonia-Pocken, Nassfäule) sollten sofort dem Lieferanten gemeldet werden (Etiketten aufbewahren). Bei Verwendung von eigenem, nicht zertifiziertem Nachbaupflanzgut gelten dieselben Qualitätskriterien. Eine Untersuchung auf Viren und andere Mängel wie Rhizoctonia, Krautfäule, Bakterienwelke, etc. wird dringend empfohlen. Die Kalibrierung des Pflanzguts erleichtert den Anbau und verbessert den Gesundheitsstatus des Bestandes."

Website

Fibl Forschungsinstitut für biologischen Landbau. Merkblatt Biokartoffeln - Qualität mit jedem Anbauschritt. 2010.

14.*

"Starch is the main carbohydrate reserved for providing energy in potato tubers and is a semi-crystalline biopolymer that contains two major components: amylose and amylopectin."

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.3390/foods12112145

Study: weak evidence

Xu J, Li Y et al. Functional food based on potato. Foods. 2023;12(11):2145.

15.

"Blattläuse sind aufgrund ihrer Bedeutung als Vektor bedeutende Schädlinge im Kartoffelanbau. Neben den Kartoffelläusen sind eine Vielzahl anderer Blattläuse (Myzus persica und Aphis spp.) in der Lage Viren auf die Kartoffelpflanzen zu übertragen. Blattläuse müssen daher konsequent bekämpft werden; mit der Bekämpfung ist bereits bei einsetzender Besiedlung der Bestände zu beginnen.

Neben den Nematoden (u.a. Globodera rostochiensis und G. pallida) ist auch der Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata) von Bedeutung im Kartoffelanbau. Als weitere Schädlinge sind Erdraupen und Drahtwürmer (Agriotes spp.) zu nennen."

"Breiten Raum nimmt im Kartoffelanbau die Bekämpfung von Krankheiten ein. Die Kraut- und Knollenfäule (Phytophtora infestans) ist die gefährlichste Pilzkrankheit im Kartoffelanbau. Begünstigt durch feucht-warme Bedingungen kann die Krankheit zu Ertragsverlusten von bis zu 50 % führen, unter extremen Bedingungen auch zum Totalausfall. Weitere bedeutsame Pilzkrankheiten sind die Dörrfleckenkrankheit (Alternaria solani) und die Wurzeltöterkrankheit (Rhizoctonia solani).

Wichtige bakterielle Krankheiten der Kartoffel sind die Schwarzbeinigkeit und Knollennassfäule  (Erwinia carotovora), der Kartoffelschorf (Strepomyces scabies) und die Bakterienringfäule (Clavibacter michiganensis spp. sepedonicus), die z.T. durch phytosanitäre Massnahmen kontrolliert werden können. Dazu gehören die Vermeidung von Knollenverletzungen (Knollennassfäule) und die Verwendung gesunden Pflanzgutes (Knollennassfäule und Kartoffelschorf).

Des Weiteren sind an Kartoffeln zahlreiche Virosen nachzuweisen. Das Kartoffel-Y-Virus ist schon seit Jahren das Virus mit der grössten wirtschaftlichen Bedeutung. Seit Ende der 90er Jahre wird die Verbreitung eines Knollenringnekrose-Stammes des Y-Virus sehr aufmerksam verfolgt. Weit verbreitet ist ebenfalls das S-Virus, allerdings nur mit geringer Ertragsbeeinflussung. Seltener sind Infektionen mit dem Kartoffelblattroll-Virus. Leistungsmindernde Infektionen mit X-, A- und M-Virus sind die Ausnahme.

Lokale Bedeutung hat das Tabakrattle-Virus, das von Nematoden übertragen wird. Infektionen mit diesem Virus führen zu erheblichen Speisewert-minderungen. Zu den „klassischen“ Kartoffelviruserkrankungen muss die durch ein Viroid hervorgerufene Spindelknollenkrankheit und die durch Phytoplasmen (ältere Bezeichnung: Mykoplasmen) induzierte Stolbur-Krankheit gezählt werden. Beide Erreger haben in den EU-Ländern und in Süd- bzw. auch Osteuropa unter den Bedingungen einer modernen Pflanzguterzeugung nur lokale Verbreitung. Sie verdienen aber beide als Quarantäneschaderreger im Ex- und Importgeschehen gesonderte Beachtung."

Website

Proplanta de: Pflanzenschutz bei Kartoffeln.

16.

"Resistant starch (RS) may be considered as the part of starch molecule with its unique property of being resistant to enzymatic digestion and reaching the colon either unchanged or slightly changed. That's why it is considered as a dietary fiber. Nowadays, RS has gained more importance with its positive benefits on human health through prebiotic effects, laxation, hypocholesterolemic and hypoglycemic effects and reducing the risks of ulcerative colitis and colon cancer; besides its applications in improving the functional properties of foods."

Buchkapitel in Fachenzxklopädie

DOI: 10.1016/B978-0-08-100596-5.22407-4

Book: weak evidence

Tacer-Caba Z, Nilufer-Erdil D. Resistant starch. In: Melton L, Shahidi F, Varelis P, Hrsg. Encyclopedia of Food Chemistry. Elsevier; 2019:571–575.

17.

"Eiweiss: Sie sind biologisch hochwertig, weil sie alle Aminosäuren, die der Körper benötigt im richtigen Vehrhältnis erhalten und so das Wachstum fördern. Das Kartoffeleiweiss enthält viel Lysin, eine Aminosäure, die bei Getreiden fehlt. Deshalb lohnt es sich, Getreide (vor allem Mais) mit Kartoffeln zu kombinieren, um alle Aminosäuren im richtigen Verhätlnis zu sich zu nehmen."

"Nierenerkrankungen: Kartoffeln alkalisieren Blut und Urin und helfen so, die Giftstoffe auszuscheiden. So unterstützen sie die Nieren in ihrer Arbeit und reinigen das Blut. Eine Diät, die auf Kartoffeln aufbaut (Kartoffelkur), wirkt gut bei Niereninsuffizienz, Übersäuerung des Körpers, erhöhtem Harnstoffspiegel und bei Nierensteinen."

"Beruhigende Substanzen: In verschiedenen Studien am Hoffmann-La Roche Laboratorium in Basel (Schweiz) und an der Universität von Göttingen (Deutschland) wurde nachgewiesen, dass in der Kartoffel verschiedene Benzodiazepine vorkommen. Diese beruhigenden Stoffe werden in der Pharmaie oft eingesetzt. Einder davon ist Diazepam, das in vielen Tranquilizern wie Valium verwendet wird. Diese natürlichen Beruhigungsmittel wirken auch lokal auf den Magen und tragen zur Entspannung bei."

"Aus diesen Gründen sind Kartoffeln, vor allem als Püree, eine rasche Hilfe bei Magenübersäuerung, Gastritis, Magengeschwüren, Magensenkung, nervösem Magen und immer dann, wenn es Probleme mit der Verdauung oder mit dem Magen allgemein gibt. Selbstverständlich muss man darauf achten, die Heilkräfte der Kartoffel nicht durch falsche Zubereitung (z.B. frittiert als Pommes Frites oder mit zu viel Öl gebraten) oder gleichzeitigen Konsum von magenschädigenden Speisen (wie z.B. Fleisch) zunicht zu machen."

"Säureneutralisierende Wirkung: Kartoffeln sind basisch und können überschüssige Säure neutralisieren. Sie wirken sowohl im Magen als auch im Blut und im Urin alkalisierend."

"Dr. Schneider empfiehlt ein in Deutschland beliebtes Heilmittel: Rohen Kartoffelsaft mit seinen vielen alkalisch wirkenden Inhaltsstoffen. Wenige Löffel vor den Mahlzeiten genügen, um einen sauren Magen zu beruhigen. Wir empfehlen, die Kartoffeln vor dem Entsaften zu schälen."

Book: moderate evidence

Pamplona Roger JD. Heilkräfte der Nahrung. Ein Praxishandbuch. Zürich: Advent - Verlag Zürich; 2006.

18.

Quelle hat schon bestanden. Keinen Zugriff auf das Buch.

Book: strong evidence

Biesalski HK, Bischoff SC et al. Ernährungsmedizin. 5. Auflage - Thieme: Stuttgart, New York. 2018.

19.

"Die Einwirkung von Licht und erhöhter Temperatur führte generell zu einem Anstieg der Glycoalkaloidgehalte im Versuchsmaterial, besonders nach längerer Auslagerungszeit. Dabei ist die Einwirkung von Licht erheblich höher anzusetzen als die erhöhter Raumtemperatur."

DOI: 10.1007/BF02362020

Ahmed SS, Müller K. Einfluss von Lagerzeit, Licht und Temperatur auf den Solanin- und α-Chaconingehalt mit und ohne Keimhemmungsmittel behandelter Kartoffeln. Potato Research. 1981;24(1):93–99.

20.

"Potatoes that have been exposed to light in the field or during storage may become green, due to an accumulation of chlorophyll. This greening may affect only the surface (peel) or it may extend into the flesh of the potato. Exposure to light is only one of the stress factors affecting potatoes. Other pre- or post-harvest stress factors are mechanical damage, improper storage conditions, either as a tuber or after partial food processing, and sprouting (Sharma & Salunkhe, 1989)."

Website

WHO World Health Organization. Toxicological evaluation of certain food additives and naturally occuring toxicants. Solanine and Chaconine. WHO Food Additive Series 30.

21.

"Solanin ist hitzebeständig und wird deshalb auch beim Kochen nicht zerstört. Das Gift kann stattdessen ins Kochwasser übergehen und damit möglicherweise andere Nahrungsmittel belasten. Giftige Pflanzenteile sollten daher vor der Zubereitung unbedingt entfernt werden."

Website

Focus de: Solanin - So meiden Sie den Giftstoff im Gemüse. 2020.

22.

"Beispiel einer unerwünschten Maillard-Reaktion ist die bei grosser Hitze stattfindende Bildung des Karzinogens Acrylamid aus der Aminosäure Asparagin (etwa in Kartoffel- und Getreideprodukten). Unerwünschte Maillard-Reaktionen führen zu zahlreichen weiteren, potentiell mutagen oder/und karzinogen wirkenden Verbindungen. Die Zusammenhänge sind teilweise noch zu klären."

"In der mehrstufigen Reaktion wird ab etwa 140 °C zuerst unter Abspaltung von Wasser eine Aminosäure mit einem Zucker verbunden. Es entsteht eine Schiffsche Base, die sich in mehreren Schritten zu einer zyklischen Verbindung umlagert. Es entstehen hochreaktive Alpha-Dicarbonylverbindungen und daraus viele weitere, teilweise farbige Verbindungen."

Website

Chemie de: Maillard-Reaktion.

23.*

"Potato protein is recognized as one of the most valuable nonanimal proteins due to the high content of essential amino acids. So far, it has not been used in human nutrition on a large scale due to technological limitations regarding its acquisition."

"Potato protein intended for consumption must be subjected to thermal treatment, which may affect its biological activity or nutritional value. In vivo studies on the anti-inflammatory activity of spray-dried potato juice proved, however, that thermal treatment does not impact the biological activity [22]."

"As demonstrated experimentally, PJPC is also characterized by higher antioxidant potential than potato itself. Biological activity, however, is not limited to antioxidant activity alone. Cytotoxicity studies using a gastric cancer cell line (Hs 746T), a colon cancer cell line (HT-29), and human colon normal cells (CCD 841 CoN) proved that PJPC is characterized by selective activity against cancer cells."

Laborstudie

DOI: 10.3390/nu11071523

Study: weak evidence

Kowalczewski PŁ, Olejnik A et al. The Nutritional Value and Biological Activity of Concentrated Protein Fraction of Potato Juice. Nutrients. 2019;11(7):1523.

24.*

"After informed written consent, 44 patients with various dyspeptic symptoms were enrolled, to drink for 1 week twice daily 100 ml or more of potato juice (Biotta®), if complaints persisted, a further 100 ml was recommended. Validated outcome measures included the gastrointestinal symptom (GIS) profile, a disease-specific health assessment questionnaire (QOLRAD) and self-rated treatment success (efficacy, a 5-point Likert Scale)."

"Since about two-thirds of the patients benefited to some extent from the treatment, potato juice in its present formulation may be useful for self-treatment. However, placebo-controlled studies with a longer treatment period are needed to confirm this."

Einarmige Pilotstudie (Beobachtungs-Interventionsstudie)

DOI: 10.1016/j.phymed.2005.03.005

Study: weak evidence

Chrubasik S, Chrubasik C, Torda T, Madisch A. Efficacy and tolerability of potato juice in dyspeptic patients: A pilot study. Phytomedicine. 2006;13(1–2):11–15.

25.*

"In the traditional medicine of Europe the juice of freshly squeezed potatoes is used for stomach complaints because of its antacid and spasmolytic effects. First medical records on the use of raw potatoes for gastrointestinal disorders date back to the Swiss physician Bircher-Benner (1897–1939) (www.mhiz.unizh.ch/projects/Bircher_Benner.html). Topical use of potatoes is also popular in traditional medicine. A stew of cooked potatoes applied as warm or hot pack has been used for the alleviation of pain or for softening furuncles (Anonymous, 1994)."

Systematischer Review (von 5 klinischen Studien)

DOI: 10.1002/ptr.2829

Study: weak evidence

Vlachojannis JE, Cameron M, Chrubasik S. Medicinal Use of Potato‐Derived Products: A Systematic Review. Phytotherapy Research. 2010;24(2):159–162.

26.

"Kartoffeln besitzen entzündungshemmende, hautberuhigende und bleichende Inhaltsstoffe. Sie können deshalb gegen Augenringe helfen. So geht's:

  • Reiben Sie eine rohe Kartoffel sehr fein und tragen Sie sie vorsichtig unter die Augen auf. Nach etwa 15 Minuten waschen Sie die Reste mit lauwarmem Wasser ab.
  • Alternativ können Sie die rohe, fein geriebene Kartoffel mit zwei Esslöffeln Wasser mischen und gut umrühren. Nach einigen Minuten können Sie Tuch oder Wattepad in das Wasser tunken und die getränkten Pads auf die Augen geben. Nach etwa 15 Minuten nehmen Sie das Tuch wieder ab.
  • Auch eine dickere Scheibe einer rohen Kartoffel können Sie zu einem Halbmond schneiden und für 15 Minuten unter die Augen legen."

Website

Oekotest de: Augenringe wegbekommen: 5 Tipps, die auf natürliche Weise helfen. 2020.

27.

Quelle hat schon bestanden. Keinen Zugriff auf das Buch.

Book: weak evidence

Bühring U. Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde. Stuttgart: Haug-Verlag; 2014.

28.

Siehe Erläuterungen im Video.

Website

SRF ch: Puls - Kartoffelwickel gegen Halsweh und Erkältung. 2011.

29.

"Schwerpunkt 1 thematisiert den Einfluss unterschiedlicher Lebensmittel-Bereitstellungsprozesse auf die Umweltauswirkungen, einschliesslich einer Betrachtung von Teilaspekten wie Verpackung, Transporte, usw. Dadurch sollen Leser*innen oder Anwender*innen in die Lage versetzt werden zu erkennen, dass es nicht einen einzigen CO2-Fussabdruck eines Lebensmittels geben kann, sondern dass dieser von unterschiedlichen Randbedingungen abhängen kann: zum Beispiel von der Art der landwirtschaftlichen Produktion (konventioneller oder ökologischer Landbau), der gewählten Systemgrenze (Lebensmittel an der Supermarktkasse oder fertig zubereitet auf dem Teller), der Verpackungsart (Glas oder Verbundkarton) und vielem mehr. Dazu werden für knapp 200 Lebensmittel insbesondere folgende Teilaspekte des CO2-Fussabdrucks im Einzelnen betrachtet:

  • Konventioneller bzw. ökologischer Landbau
  • Durchschnittliche bzw. saisonale / regionale Produktion
  • Inländische Produktion bzw. Import per Lkw, Schiff oder Flugzeug
  • Unterschiedliche Lebensmittelverpackungen
  • Frischware bzw. Tiefkühlware."

Siehe S. 9 Kartoffeln, frisch / Kartoffeln (bio).

Website

Reinhardt G, Gärtner S, Wagner T. Ökologische Fussabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. IFEU Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg. 2020:1-22.

30.

2024: Potato, raw 0,39.

Website

Concito. Denmark's green think tank. The big Climate Database. Version 1.1. Potato. 2024.

31.*

S. 1585:

116 Potato, 191 (green) 33 (blue) 63 (grey); total: 287.

Mekonnen MM, Hoekstra AY. The green, blue and grey water footprint of crops and derived crop products. Hydrol. Earth Syst. Sci. 2011;15:1577-1600.

32.

"Wie sehr die Kartoffel zum Symbol taugt, zeigte sich bei der emotional geführten Kampagne zum Erhalt der Sorte Linda, die wegen des auslaufenden Patentes verschwinden sollte und 2009 gerettet wurde. In der Schweiz kämpft u.a. der Verein ProSpecieRara um das Kartoffelerbe, mit dem Slogan "Vielfalt für alle".

"Obwohl Kartoffeln einen robusten Eindruck machen, gehören sie zu den meistgespritzten Kulturen im konventionellen Landbau. Bioland schätzt, dass sie 5-7-mal mit Pestiziden behandelt werden. Der Lohn im Vergleich zu Bio-Kartoffeln, die ohne chemischen Pflanzenschutz auskommen und daher oft als weniger ertragreiche, aber auch weniger anfällige Sorten angebaut werden, ist ein um bis zu 40 % höherer Ertrag. Gleichzeitig zeigte das Ökomonitoring der CVUA (Chemische und Veterinäruntersuchungsämter) für 2008-2012: Bio-Kartoffeln sind "deutlich weniger mit Rückständen belastet als konventionell erzeugte Ware".

Book: weak evidence

Pini U. Das Bio-Food-Handbuch. Hamburg, Potsdam: Ullmann; 2014.

33.*

"Potatoes originate from the Andean region where the crop has been grown for over 7,000 years as a staple food crop. Studies (Spooner et al. 2010) show that their specific origin is in present-day southern Peru. Since the introduction of the crop to Europe in the sixteenth century and its worldwide distribution, potatoes have become the fourth largest food crop following wheat, rice, and maize (Spooner et al. 2010)."

DOI: 10.1007/s11540-013-9247-8

Haverkort AJ, de Ruijter FJ et al. Worldwide Sustainability Hotspots in Potato Cultivation. 1. Identification and Mapping. Potato Resarch. 2013;56:343–353.

34.

Countries = All

Elements = Production Quantity

Items = Potatoe

Years = 2022

Website

FAO Food and Agriculture Organization of the United Nations. Crops and livestock products. Potatoes. Production Quantity 2022.

35.

Potato: "There are over 4,000 edible varieties of potato, mostly found in the Andes of South America."

Wild Potato Species: "There are 151 known species of wild potato. These inedible species are the original ancestors of today’s cultivated potato.

Wild species are found from southwestern United States to southern Chile, with most species concentrated in Peru and Bolivia. They grow in diverse soils and climates, from the dry desert along the Peruvian coast, to the inter-Andean valleys, up to altitudes of 4,200 meters above sea level."

"Temperature change coupled with loss of habitat is the greatest threat to wild potato species. Recent modeling studies show that by 2050 as many as 13 wild potato species may become extinct, and up to 52% of distribution area lost."

Website

CIP International Potato Center. Potato.

36.

"Kartoffeln bevorzugen einen warmen, sonnigen, wenn möglich vor Witterung geschützten Standort. Sie vertragen schlechtes Wetter bei schneller Abtrocknung zwar gut, aber dennoch lassen sich mit einem Regenschutz einige Kartoffelkrankheiten hinauszögern oder gar verhindern. Ein Platz an einer nach Süden ausgerichteten Wand und eventuell einem Dachüberstand ist ideal für den Kartoffelanbau im Topf geeignet."

"Um Kartoffeln im Topf anzupflanzen, braucht es keine bestimmte Sorte. Solange das Pflanzgefäss gross genug ist, lassen sich eigentlich alle Kartoffelsorten darin kultivieren. Möchten Sie allerdings verschiedene Sorten zusammen anbauen, sollten Sie darauf achten, dass die Sorten eine ähnliche Reifezeit besitzen, sodass Sie alle Knollen zur gleichen Zeit ernten können."

"Kartoffeln im Topf werden zur gleichen Zeit gepflanzt wie Kartoffeln im Beet. Die beste Pflanzzeit liegt zwischen Anfang April und Mitte Mai. Es sollten draussen mindestens 10 °C, besser 15 °C und in der Nacht nicht weniger als 5 °C herrschen, zudem sollte es auf gar keinen Fall mehr gefrieren."

"Kartoffeln sind Starkzehrer, sie benötigen daher nährstoffreiche und gleichzeitig durchlässige Pflanzsubstrate."

"Giessen Sie Ihre Pflanzen regelmässig, so dass die Erde nie vollständig austrocknet, Staunässe darf dabei nicht entstehen. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt verringert die Verdunstung nicht nur im Beet, sondern auch im Topf deutlich. Kartoffeln sind Starkzehrer und sollten daher die Saison über gut mit Nährstoffen versorgt werden. Eine ausgewogene Düngung entlohnt die Kartoffelpflanze mit gesundem Wachstum und höheren Erträgen. Da eine Düngung mit festen Granulaten im Topf schwierig ist, empfehlen wir die Verwendung eines organischen Flüssigdüngers."

"Die ersten Kartoffeln sind nach etwa drei bis vier Monaten erntereif, bei Frühkartoffeln bereits ab Juli bei noch grünem Laub – bei späteren Sorten, sobald das Laub abstirbt. Nun werden die Pflanzen aus dem Topf oder dem anderweitigen Pflanzgefäss befreit und die Kartoffeln händisch abgeerntet."

"Kartoffeln lassen sich auch in Kunststoffsäcken oder Big Packs kultivieren. Diese fassen grössere Mengen Erde und sind dabei oft rechteckig und somit platzsparend geformt. Die Kartoffelpflanze kann sich darin gut ausbreiten. Für den Kartoffelanbau auf dem Balkon oder in der Wohnung sind die Pflanzsäcke nur bedingt geeignet. Problematisch ist dabei, dass die Säcke oft zu dicht sind, sodass überschüssiges Wasser nicht abfliessen kann, wodurch Staunässe entsteht. Sind die Säcke aus durchlässigeren Materialien wie beispielsweise Jute, wird das Wasser nicht gut gehalten und suppt über den Balkon oder die Terrasse. Die Wasserversorgung ist beim Kartoffelanbau im Sack daher der wichtigste zu beachtende Punkt."

Website

Plantura garden: Kartoffeln im Topf anbauen: Schritt-für-Schritt Anleitung.

37.

"Schon im Herbst davor bereiten die Bauern den Acker für den Kartoffelanbau im Frühjahr vor. Im Herbst graben die meisten die oberen 20 Zentimeter des Bodens mit dem Pflug um. Über den Winter baut er eine Begrünung an. Sie schont und lockert den Boden, lagert Nährstoffe ein und ist gut für das Bodenleben. Leider gefällt die Begrünung auch dem Drahtwurm, einem der Hauptschädlinge der Kartoffel. Im Frühjahr muss den Bauer den Boden noch oberflächlich bearbeiten und für die Kartoffel-Aussaat ebnen. Gedüngt wird unmittelbar oder während der Aussaat. Dabei heisst es aufpassen, denn zu viel Dünger kann der Qualität der Kartoffel schaden. Zu viele Nährstoffe im Boden machen die Kartoffel anfälliger für Schäden und sind verantwortlich für eine gräuliche Färbung nach dem Kochen. Es empfiehlt sich daher eine Bodenprobe zu machen, um herauszufinden, welche Nährstoffe schon im Boden sind und wie viel noch gedüngt werden soll. Konventionelle Bauern verwenden hauptsächlich chemisch-synthetische Düngemittel und teilweise Alternativen wie das Kartoffel-Fruchtwasser, das bei der Stärkeerzeugung anfällt. Auch Bio-Bauern dürfen dieses Fruchtwasser verwenden, obwohl es bei der Verarbeitung konventioneller Kartoffeln abfällt. Die meisten Bio-Handelsmarken lassen dies aber nicht zu. Da Bio-Bauern auf chemisch-synthetische Düngemittel verzichten müssen, sind sie vermehrt auf andere Alternativen wie Kompost angewiesen. Die Richtlinie für sachgerechte Düngung gibt in Österreich je nach Ertragslage den Nährstoffbedarf unter anderem im Kartoffelanbau an."

"Schon Ende Februar werden in den Hauptanbaugebieten die Frühkartoffeln angebaut, die Lagerkartoffeln Anfang April Aus ihnen wachsen die Kartoffelpflanzen und viele weitere Kartoffeln, die wir eines Tages verspeisen. Damit die Pflanze überhaupt keimt, braucht es eine Temperatur von mindestens acht Grad. Über 25 Grad sind der Kartoffelpflanze aber schon wieder zu warm und sie bildet keine neuen Kartoffeln aus."

"Kartoffeln werden vom Frühsommer bis in den Herbst geerntet. Ende Mai beginnt die Ernte der Frühkartoffeln, Ende August jene der Lagerkartoffeln. Zum Erntezeitpunkt sollte der Boden nicht zu nass sein. Sind die Kartoffeln feucht, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Lagerschäden entstehen. Ein nasser Boden wird bei der Ernte ausserdem stärker verdichtet. Um zu wissen, wann genau er erntet, gräbt der Bauer probeweise ein Loch und nimmt eine Kartoffel aus dem Boden. Der Bauer reibt mit dem Daumen an einer rohen Knolle. Wenn sich die Schale dabei leicht abreiben lässt, ist die Kartoffel noch nicht reif und lagerfähig. Und wenn die Kartoffel beim Durchschneiden quietscht, hat sich noch nicht genug Stärke eingelagert und der Bauer wartet ebenfalls noch ab. Frühkartoffeln werden schon geerntet, wenn sich die Schale abreiben lässt. Sie sind nicht für die Lagerung über mehrere Monate bestimmt und müssen keine fest anhaftende Schale haben."

Website

Landschafftleben at: Anbau, Ernte und Lagerung von Kartoffeln in Österreich.

38.

Quelle hat schon bestanden. Keinen Zugriff auf das Buch.

Rehm S, Espig G. Die Kulturpflanzen der Tropen und Subtropen. Anbau, wissenschaftliche Bedeutung. Verwertung. Stuttgart: Eugen Hermes; 1976.

39.

Siehe Video-Inhalt.

Website

SRF Schweizer Radio und Fernsehen. Zu klein, zu gross – Kartoffeln enden als Tierfutter. 2019.

40.*

"Numerous studies have revealed that the total phenolic content in cooked potatoes can be retained or even increased based on the cooking method used." -> Siehe Tab. 2

"The contents of phytochemicals in potatoes are altered during different cooking methods, resulting in different antioxidant properties."

"The phenolic, carotenoid, and anthocyanin contents are the most important phytochemical contributions to the total antioxidant capacity in fruits and vegetables. Although there is a relatively low content of these phytochemicals in potatoes relative to other fruits and vegetables, the high daily consumption globally makes it one of the most important antioxidants in human daily life."

Narrativer Review in wissenschaftlichem Journal

DOI: 10.1016/j.foodchem.2016.01.120

Study: weak evidence

Tian J, Chen J. Health benefits of the potato affected by domestic cooking: A review. Food Chemistry. 2016;202:165–175.

41.

"Blattläuse als Direktschädlinge hatten im Konsumanbau bisher allgemein keine Bedeutung. Nur in wenigen Jahren (z. B. bei einer starken Besatzdichte) waren gezielte Bekämpfungsmassnahmen erforderlich. Auch wenn Kartoffeln im Sinne der Bienenschutzverordnung keine Blütenpflanzen sind, muss der Insektizideinsatz mit grösster Sorgfalt erfolgen. Vor dem Einsatz bienengefährlicher Insektizide (B1), aber auch von B2-Präparaten ist daher unbedingt zu prüfen, ob der Bestand von Bienen beflogen wird. Das kann z. B. der Fall sein, wenn der von Blattläusen ausgeschiedene Honigtau auf den Pflanzen vorhanden ist oder sich blühende Unkräuter im Bestand befinden. Dann dürfen nur noch bienenungefährliche Präparate (B4) zum Einsatz kommen. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäuberinsekten wird empfohlen, auch diese Präparate möglichst in den Abendstunden einzusetzen (Punkt 1.3.1)."

Website

Agrarheute com: Pflanzenschutz Ackerbau Kartoffeln.

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